Petanque Regeln des DPV gemäß der F.I.P.J.P.

Überarbeitete Fassung vom 6. Dezember 2010

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               Allgemeine Boule Regeln    

 

 

Art. 1     Die Mannschaften

 

               Pétanque wird in folgenden Formationen gespielt:

               - 3 gegen 3 Spieler (Triplettes)

               - 2 gegen 2 Spieler (Doublettes)

               - 1 gegen 1 Spieler (Tête-à-Tête)

               In einer Triplette verfügt jeder Spieler über 2 Kugeln.

               In einer Doublette verfügt jeder Spieler über 3 Kugeln.

               Im Tête-à-Tête verfügt jeder Spieler über 3 Kugeln.

               Alle anderen Formationen sind verboten.

 

Art. 2     Eigenschaften der zugelassenen Kugeln

 

               Pétanque wird mit Kugeln gespielt, die von der FIPJP zugelassen

               sind und folgenden Eigenschaften entsprechen:

           1) Sie müssen aus Metall sein.

           2) Sie müssen einen Durchmesser von mindestens 7.05 cm und

               höchstens 8.00 cm aufweisen.

           3) Mit einem Gewicht von mindestens 650 Gramm und höchstens

               800 Gramm.

               Logo (Marke des Herstellers) und die Zahlen des Gewichts müssen

               eingraviert und immer lesbar sein.

               Bei Wettkämpfen, bei denen lediglich Jugendliche unter 11 Jahren

               startberechtigt sind, dürfen Kugeln mit einem Gewicht von 600 gr.

               und einem Durchmesser von 65 mm eingesetzt werden;    

               sie wurden mit einem zugelassenen Logo hergestellt.

 

         4)  Die Kugeln dürfen weder mit Blei noch mit Sand gefüllt werden.

               Generell dürfen keine gefälschten oder anderweitig veränderten

               Kugeln verwendet werden, sogenannte „Boule truquées“.

               Ebenso ist es verboten, sogenannte „Boule recuites“ (Härtegrad

               nachträglich verändert) zu verwenden.

               Name und Vorname, Initialen eines Spielers dürfen, entsprechend

               den Vorschriften über die Herstellung von Kugeln, eingraviert

               werden.

 

Art. 2   Strafen für nicht regelgerechte Kugeln

 

     Jeder Spieler, der für einen unter Art. 2, Absatz 4) genannten Verstoss

     verantwortlich ist, wird zusammen mit seinen oder seinem Mitspieler(n)

     sofort vom Wettkampf ausgeschlossen.

 

     Sogenannte „Boule truquées“oder „Boule recuites): Der Spieler setzt           sich  einem Lizenzentzug aus, dessen Dauer von der   Disziplinar-   

     kommission bestimmt wird, ohne Rücksicht auf weitere Massnahmen,

     die von der nationalen Disziplinarkommission getroffen werden.

 

     Sollte bei einem dieser beiden Fälle der Spieler nicht Eigentümer der

     Kugeln und der Name des Eigentümers bekannt sein, so wird diesem die

     Lizenz entzogen für die Zeitdauer, die im Disziplinar-Code seines

     nationalen Verbandes festgelegt ist.

 

     Wenn eine Kugel zwar nicht verfälscht, aber durch Abnützung oder

     einem Fabrikationsfehler einer Kontrolle nicht standhält oder nicht

     den unter Artikel 2, Absatz 1, 2 oder 3 aufgeführten Normen entspricht,

     muss der Spieler sie austauschen. Er darf auch den kompletten

     Kugelsatz ersetzen.

 

     Durch Spieler formulierte Reklamationen nach Artikel 2. Absatz 1, 2 oder

     3 sind nur vor Beginn eines Spieles zulässig. Die Spieler sind deshalb

     gehalten, sich davon zu überzeugen, dass ihre Kugeln, sowie diejenigen

     ihres Gegners, den vorgeschriebenen Normen entsprechen.

 

     Auf Artikel 2, Absatz 4 gestützte Reklamationen sind während des

     ganzen Spieles zulässig, dürfen aber nur zwischen zwei Mène   ein-

     gebrachtwerden. Wenn sich ab der dritten Mène die Reklamation  be-

     züglich der Kugeln des Gegners als unbegründet herausstellt, werden

     dem Punktestand des Gegners drei Punkte hinzugefügt.


     Für den Fall, dass eine Kugel geöffnet wurde, liegt die Verantwortung

     bei dem Reklamierenden. Ergibt sich, dass die Kugeln einwandfrei

     sind, muss sie der Reklamierende bezahlen oder ersetzen; er  kann

     jedoch nicht zum Ersatz für darüber hinausgehende Schäden ge-

     zwungen werden 

 

     Der Schiedsrichter oder die Jury können immer auch zu jedem Zeitpunkt

     eines Spieles eine Prüfung der Kugeln eines oder mehrerer Spieler

     Spieler durchführen.

 

Art. 3 Zugelassene Zielkugeln

          

     Die Zielkugeln sind aus Holz. Zielkugeln aus synthetischem Material

     müssen das Herstellerlogo tragen, durch die FIPJP zugelassen sein und

     den Normen entsprechen, die im Cahier des Charges festgelegt sind.

     Ihr Durchmesser muss 30 mm betragen (Toleranz +/- 1 mm).

     Bemalte Zielkugeln, gleich in welcher Farbe, sind zulässig, aber sie

     Dürfen nicht mit einem Magneten aufgehoben werden können.

 

          

Art. 4 Lizenzen

     Vor Beginn eines Wettkampfes muss jeder Spieler seine Lizenz  vor-

     weisen. Er muss sie auch jederzeit auf Verlangen des Schiedsrichters

     oder des Gegners vorzeigen, wenn sie nicht an der Einschreibung

     hinterlegt ist.

 

SPIEL

 

Art. 5 Spielgelände und regelgerechte Spielfelder

 

     Pétanque wird auf jedem Boden gespielt. Ein Spielgelände umfasst eine

     unbestimmte Anzahl von Spielfeldern, die mit Schnüren begrenzt sind;

     die Stärke der Schnüre darf den geordneten Verlauf des Spiels nicht

     beeinflussen. Diese Schnüre, die die verschiedenen Spielfelder ab-

     grenzen, sind keine Auslinien, mit Ausnahme der Linien an den   Schmal-

     seiten und den Aussenlinien der äusseren Spielfelder. Der Veranstalter

     oder der Schiedsrichter können den Mannschaften jedoch begrenzte

     Spielfelder zuweisen. In diesem Fall muss ein Spielfeld bei nationalen

     und inter- nationalen Meisterschaften mindestens 4 m in der Breite und

     15 m in der Länge messen. Bei anderen Wettbewerben können die

     Verbände Abweichungen von diesen Mindest-Massen zustimmen. Dabei

     dürfen die Abmessungen von 12 m x 3 m jedoch nicht unterschritten

     werden.

 

     Sind die Spielfelder hintereinander angeordnet, gelten die Begrenzungs-

     linien an den Kopfseiten des eigenen Spielfeldes als Auslinien (lignes de

     perte).

 

     Wenn das Spielfeld von Balken umgeben wird, müssen sich diese jen-

     seits einer Auslinie im Abstand von mindestens 1 m befinden. Eine 

     Auslinie (ligne de perte) umgibt das Spielfeld in einer maximalen Ent-

     fernung von 4m.

   

    Die Spiele werden bis zum Erreichen von 13 Punkten durch eine

    Mannschaft gespielt. Es besteht jedoch die Möglichkeit, die Vorrunden

    (Poules) und die Entscheidungsspiele (Cadrages) nur bis zum Erreichen

    von 11 Punkten zu spielen.

 

     Bestimmte Wettbewerbe können mit Zeitbegrenzung durchgeführt

     werden. Diese müssen immer auf einem abgegrenzten Spielfeld gespielt

     werden. In diesem Fall sind alle Linien, die das Spielfeld begrenzen,

     Aussenlinien.

 

Art. 6 Spielbeginn: Regeln zum Wurfkreis

 

     Die Spieler ermitteln durch Losentscheid, welche Mannschaft das

     Spielfeld aussuchen darf und als erste die Zielkugel wirft.

     Wenn ein Spielfeld durch den Veranstalter zugewiesen wird, muss die

     Zielkugel auf diesem Spielfeld ausgeworfen werden. Ohne Erlaubnis

     des Schiedsrichters dürfen die beiden Mannschaften kein anderes

     Spielfeld auswählen

    

     Ein beliebiger Spieler der Mannschaft, welche die Auslosung gewonnen

     hat, wählt den Punkt des Abspieles und zeichnet auf den Boden einen

     Kreis, in den die Füsse jedes Spielers ganz hineinpassen. Der Durch-

     messer muss mindestens 35 cm und höchstens 50 cm betragen.

 

     Beim Einsatz eines Wurfkreises muss dieser starr sein und einen

     Innendurchmesser von 50 cm (Toleranz +/- 2mm) haben. Die Ent-

     scheidung, Wurfkreise einzusetzen, obliegt dem Veranstalter. Dieser

     muss sie zur Verfügung stellen.

 

     Die drei aufeinanderfolgenden Wurfversuche mit der Zielkugel muss

     die Mannschaft aus diesem Wurfkreis leisten. Dieser muss in einem

     Abstand von mehr als einem Meter von jedem Hindernis oder von der

     Grenze zu verbotenem Gelände entfernt sein. Wenn auf unmarkierten

     Spielfeldern (Terrain libre) gespielt wird, muss die Distanz zum nächsten,

 

 

     benützten Wurfkreis mindestens 2 m betragen.

     Die Mannschaft, welche die Zielkugel wirft, muss alle alten Wurfkreise in

     der Nähe des neuen Wurfkreises entfernen.

 

     Der Innenbereich des Wurfkreises darf während des laufenden

     Durchganges vollständig gereinigt werden. Er muss jedoch danach,

     spätestens aber vor dem ersten Zielkugelwurf des nächsten  Durch-

     ganges,  in seinen ursprünglichen Zustand versetzt werden.

 

     Der Wurfkreis ist kein verbotenes Gelände.

 

     Die Füsse müssen sich im Inneren des Wurfkreises befinden und dürfen

     nicht über ihn hinausreichen. Sie dürfen ihn weder verlassen, noch

     dürfen sie angehoben werden, bis die gespielte Kugel den Boden be-

     rührt hat. Auch andere Körperteile dürfen den Boden ausserhalb des

     Wurfkreises nicht berühren. Als Ausnahme ist es Spielern mit

     Behinderungen an den unteren Gliedmassen gestattet, mit nur einem

     Fuss innerhalb des Wurfkreises zu stehen. Bei Spielern im im Rollstuhl

     muss sich mindestens ein Rad (das der Wurfarmseite) im Inneren des

     Wurfkreises befinden.

 

     Das Werfen der Zielkugel durch einen Spieler bedeutet nicht, dass

     dieser auch als erster beginnen muss.

 

Art. 7 Entfernungen beim Wurf der Zielkugel

 

       Die von einem Spieler geworfene Zielkugel ist gültig ist, wenn:

  1)  Der Abstand der Zielkugel bis zum nächstgelegenen Punkt des

       inneren Wurfkreisrandes mindestens 6 Meter und höchstens 10

       Meter für Junioren und Senioren beträgt.

       Bei Wettbewerben, die für jüngere Spieler bestimmt sind, können

       geringere Distanzen angewandt werden.

  2)  Der Wurfkreis muss mindestens 1 m von jedem Hindernis

       entfernt sein.

  3)  Die Zielkugel muss mind. 1 m von jedem Hindernis oder von einem

       verbotenen Terrain entfernt liegen.

  4)  Die Zielkugel muss für einen Spieler sichtbar sein, wenn er mit

       beiden Füssen, in aufrechter Haltung im Innern des Wurfkreises

       steht. Bei Meinungsverschiedenheiten entscheidet der Schiedsrichter

       unanfechtbar, ob die Zielkugel sichtbar ist.

 

 

     Beim nächsten Durchgang (Mène) wird die Zielkugel von einem Kreis aus

     geworfen, der um den Punkt gezogen wird, auf dem sie im vorher-

     gehenden  Durchgang lag.

     Ausser in folgenden Fällen:

         - Der Kreis würde sich weniger als 1 m von einem Hindernis

           entfernt befinden.

         - Es wäre nicht möglich, die Zielkugel auf die reglementarisch

           erlaubte Distanz zu werfen (10 m).

     Im ersten Fall zeichnet der Spieler einen Kreis in der vorgeschriebenen

     Entfernung vom Hindernis oder vom verbotenen Terrain.

 

     Im zweiten Fall kann der Spieler auf einer geraden Linie in entgegen -

     gesetzter Richtung des vorhergehenden Durchganges zurückgehen,

     bis er die Zielkugel auf die grösstmögliche reglementarische

     Distanz   werfen kann, aber nicht weiter. Diese Möglichkeit ist  

     jedoch  nur   zulässig, wenn die Zielkugel in keiner Richtung auf

     die   grösstmögliche Entfernung geworfen werden kann.

 

     Wenn nach 3 aufeinanderfolgenden Würfen durch dieselbe Mannschaft

     die vorgeschriebenen Bedingungen nicht erfüllt sind, so wird

     die Zielkugel der gegnerischen Mannschaft ausgehändigt, die ebenfalls

     3 Versuche hat und die den Kreis unter vorher genannten Bedingungen

     zurückverlegen darf. Wenn diese Mannschaft bei 3 Würfen nicht er-

     folgreich ist, darf der Kreis nicht mehr verändert werden.

 

     Die Höchstzeit, um diese drei Würfe durchzuführen, beträgt eine Minute.

 

     In jedem Fall behält die Mannschaft, welche die Zielkugel nach den

     ersten 3 Würfen verloren hat, das Recht, die erste Kugel zu spielen.

 

Art. 8 Gültige Zielkugel

 

     Wird die Zielkugel, nachdem sie geworfen wurde, durch den Schieds-

     richter, einen Spieler, einen Zuschauer, ein Tier oder durch irgendeinen

     beweglichen Gegenstand angehalten, so ist sie ungültig und wird erneut

     geworfen, ohne dass dieser Wurf an die 3 erlaubten angerechnet wird.

 

     Wenn nach dem Wurf der Zielkugel eine erste Kugel gespielt ist, hat der

     Gegner noch das Recht, die Lage der Zielkugel zu beanstanden. Wird die

     Beanstandung für zulässig erkannt, so wird die Zielkugel erneut

     geworfen und die erste Kugel neu gespielt.

     Wenn der Gegner ebenfalls eine Kugel gespielt hat, wird die Ziel-

     kugel als definitiv gültig angesehen. Reklamationen sind dann nicht

     mehr erlaubt.

 

     Die Zielkugel darf nur dann erneut geworfen werden, wenn beide

     Mannschaften den Wurf als ungültig anerkannt haben oder wenn der

     Schiedsrichter so entschieden hat. Sollte sich eine Mannschaft davon

     abweichend verhalten, verliert sie das Recht zum Werfen der Zielkugel.

 

Art. 9 Ungültige Zielkugel

 

       Die Zielkugel ist in folgenden 7 Fällen ungültig:

 

   1) Wenn die Zielkugel im Laufe einer Mène auf unerlaubtes Terrain

       gelangt, auch wenn sie anschliessend wieder auf erlaubtes Spiel-

       gelände zurückkehrt.


       Eine Zielkugel, welche auf der Grenze zu einem unerlaubten Terrain

       liegt, ist gültig, auch wenn die Grenze mit einer Schnur markiert ist.

       Sie ist nur ungültig, wenn sie (aus der Senkrechten betrachtet) die

       Grenze zum unerlaubten Terrain oder die ligne de perte mit ihrem

       gesamten Durchmesser vollständig überschritten hat.

       Als unerlaubtes Terrain gilt auch eine Pfütze, auf welcher die

       Zielkugel frei schwimmt.

   2) Wenn sie sich auf erlaubtem Terrain befindet, ihre Lage aber so

       verändert wird, dass sie (entsprechend Art. 7) vom Wurfkreis aus

       nicht mehr sichtbar ist. Eine Zielkugel ist jedoch nicht ungültig,

       wenn sie durch eine Kugel verdeckt wird. Der Schiedsrichter ist

       berechtigt, eine Kugel zeitweise zu entfernen, um festzustellen, ob

       die Zielkugel sichtbar ist.

   3) Wenn ihre Lage so verändert wird, dass sie mehr als 20 m (für

       Juniors und Seniors) bzw. 15 m (für die jüngeren Spieler) oder

       weniger als 3 m vom Wurfkreis entfernt liegen bleibt.

   4) Wenn sie mehr als ein benachbartes abgegrenztes Spielfeld überquert,

       oder wenn die Spielfelder hintereinander angeordnet sind,

       sie die Begrenzungslinie an der Kopfseite des eigenen Spielfeldes

       überschreitet.

   4bis) Wenn bei Spielen mit Zeitbeschränkung, die auf einem zugeteilten

       Spielfeld ausgetragen werden, die Zielkugel das zugeteilte

       Feld verlässt.

   5) Wenn ihre Lage so verändert wird, dass sie unauffindbar ist, wobei

       die Zeit zum Suchen auf 5 Minuten limitiert ist.

   6) Wenn sich zwischen dem Wurfkreis und der Zielkugel verbotenes

       Terrain befindet.

   7) Wenn bei Spielen mit Zeitbegrenzung die Zielkugel das zugeteilte

       Spielfeld verlässt.

    

Art. 10 Veränderungen des Spielgeländes

 

     Grundsätzlich ist es den Spielern verboten, eventuelle Massnahmen

     zur Veränderung des Spielfeldes vorzunehmen. Es ist den Spielern        

     ausdrücklich verboten, ein Hindernis, das sich auf dem Spielfeld

     befindet, zu entfernen, in seiner Lage zu verändern oder zu   zer- 

     drücken.   Nur der Spieler, der die Zielkugel wirft, darf vorher lediglich

     die Bodenbeschaffenheit für einen Wurfpunkt (donnée) erkunden,

     indem er, allerdings nicht mehr als dreimal, mit einer seiner Kugeln

     den Boden an dieser Stelle berührt. Jedoch darf der Spieler, der

     die nächste Kugel spielen muss, oder einer seiner Mitspieler, ein Loch

     schliessen, das durch eine davor gespielte Kugel entstanden ist.

  

     Bei Nichtbeachtung der voranstehenden Bestimmungen zieht sich der

     Spieler die in Artikel 34 aufgeführten Massnahmen zu.

 

Art. 10 bis Auswechseln von Kugeln oder Zielkugeln

 

     Es ist den Spielern verboten, Kugeln oder Zielkugeln im Verlaufe eines

     Spieles auszuwechseln, ausser in folgenden Fällen:

 

     1) Diese sind unauffindbar, wobei die Zeit zum Suchen auf

           fünf Minuten limitiert ist.

     2) Wenn sie zerbrechen, zählt nur das grösste Bruchstück. Sind

           noch Kugeln zu spielen, so wird das grösste Bruchstück sofort

         (nach eventuell erforderlichen Messung) durch eine Kugel/

           Zielkugel mit gleichem oder ähnlichem Durchmesser ersetzt.

           Bei der nächsten Mène darf der betroffene Spieler den kompletten

           Kugelsatz austauschen.

 

ZIELKUGEL

 

Art. 11 Verdeckte oder bewegte Zielkugel

                    

     Wenn die Zielkugel im Verlaufe einer Mène unvermutet durch ein Blatt

     oder ein Stück Papier verdeckt wird, so sind diese Gegenstände zu

     entfernen.

    

     Wenn die schon zur Ruhe gekommene Zielkugel sich zum Beispiel durch

     die Einwirkung des Windes oder der Neigung des Geländes bewegt,

     oder unglücklich durch einen Schiedsrichter , einen Spieler, einen

     Zuschauer,

     eine Kugel oder eine Zielkugel aus einem anderen Spiel, durch ein Tier

     oder irgend einen beweglichen Gegenstand in ihrer Lage verändert wird,

     so wird sie auf ihren ursprünglichen Platz zurückgelegt, vorausgesetzt,

     die Zielkugel war markiert.

     Um jede Anfechtung zu vermeiden, müssen die Spieler die Zielkugel

     markieren. Waren die Kugeln oder die Zielkugeln nicht markiert, ist eine

     Reklamation unmöglich.

     Wird die Zielkugel durch eine in diesem Durchgang gespielte Kugel

     bewegt, bleibt sie gültig.

 

Art. 12 Zielkugel gerät auf ein anderes Spielfeld

 

    Wenn im Verlaufe einer Mène die Zielkugel auf ein anderes Spielfeld

     gerät, das begrenzt oder nicht begrenzt ist, so ist sie gültig unter

     Vorbehalt der Bestimmungen in Art. 9.

 

     Die Spieler, die diese Zielkugel benützen, warten, wenn nötig, auf das

     Ende des Durchganges, der durch die Spieler begonnen wurde, die

     dieses Spielfeld benutzen, um anschliessend ihren Durchgang zu

     beenden.

 

     Die Spieler, auf welche diese Bestimmung zutrifft, müssen Geduld und

     Höflichkeit aufbringen.

 

     In der folgenden Mène kehren die Spieler wieder auf ihr bisheriges

     Spielfeld zurück. Die Zielkugel wird dann aus einem Wurfkreis geworfen,

     der um den Punkt gezeichnet wird, auf dem sie lag, bevor sie das

     Spielfeld verlassen hatte; dies unter Berücksichtigung des Artikels 7.

 

Art. 13 Massnahmen bei ungültiger Zielkugel

 

     Wird im Verlauf einer Mène die Zielkugel ungültig, so können sich drei

     Möglichkeiten ergeben:

1)   Beide Mannschaften verfügen noch über mindestens eine zu

      spielende Kugel: Der Durchgang wird mit 0 Punkten gewertet

      und annulliert.

2)   Nur eine Mannschaft verfügt noch über mindestens eine zu

      spielende Kugel: Diese Mannschaft erhält soviele Punkte zugesprochen,

      wie sie noch zu spielende Kugeln zur Verfügung hat.

3)   Keine Mannschaft verfügt noch über zu spielende Kugeln: Der

      Durchgang wird mit 0 Punkten gewertet und annulliert.

 

Art. 14 Angehaltene Zielkugel

 

1) Wenn die weggeschossene Zielkugel durch einen Zuschauer oder einen

     Schiedsrichter angehalten oder abgelenkt wird, behält sie ihre neue

     Position.

2) Wird die weggeschossene Zielkugel durch einen Spieler aufgehalten

     oder abgelenkt, so hat dessen Gegner 3 Möglichkeiten:

     a) Er lässt die Zielkugel auf ihrer neuen Position

     b) Er legt sie an ihren ursprünglichen Platz zurück

     c) Er legt die Zielkugel auf einen Punkt, der sich auf der Verlängerung

         der Strecke zwischen dem ursprünglichen Platz der Zielkugel und dem

         Platz befindet, an dem sie liegen geblieben ist, aber höchstens auf 20

         Meter vom Wurfkreis (15 Meter für jüngere Spieler) und zwar so, dass

        die Zielkugel sichtbar ist.

 

     Die Punkte b) und c) können nur angewandt werden, wenn die Zielkugel

     vorher markiert war. War sie nicht markiert, bleibt die Zielkugel auf

     ihrer neuen Position.

 

     Überquert die weggeschossene Zielkugel verbotenes Gelände und

     kommt zurück, um auf dem Spielfeld zum Stillstand zu kommen, ist

     sie ungültig, wobei Art.13 zu beachten ist.

 

KUGELN

 

Art. 15 Das Werfen der Kugeln

 

     Die erste Kugel wird von einem Spieler der Mannschaft gespielt, die

     den Losentscheid oder den vorhergehenden Durchgang gewonnen hat.

     Danach ist immer die Mannschaft an der Reihe, die in dem laufenden

     Durchgang nicht im Punktbesitz ist.

     Der Spieler darf keine Hilfsmittel benutzen oder Markierungen

     vornehmen, um seine Kugel ins Ziel zu bringen oder um deren

     Auftreffpunkt am Boden zu kennzeichnen. Wenn er seine letzte Kugel

     spielt, ist es ihm nicht erlaubt, eine weitere Kugel in der anderen Hand

     zu halten.

 

     Die Kugeln müssen einzeln gespielt werden.

    

     Geworfene Kugeln dürfen nicht noch einmal gespielt werden. Ausnahme:

     Kugeln, die zwischen Wurfkreis und Zielkugel durch eine Kugel oder

     Zielkugel aus einem anderen Spiel, durch ein Tier oder einen

     beweglichen Gegenstand (Ball usw.) angehalten oder von ihrer Bahn

     abgelenkt werden; sowie der in Artikel 8.2 beschriebenen Situation.

 

     Es ist verboten, die Kugeln oder die Zielkugel anzufeuchten. Bevor ein

     Spieler spielt, muss er seine Kugel von allen ihr anhaftenden

     Fremdkörpern und Schmutzspuren reinigen, andernfalls treten die in

     Artikel 34 aufgeführten Massnahmen in Kraft.

 

     Befindet sich die erste gespielte Kugel auf unerlaubtem Terrain, dann

     muss der Gegner spielen und dies abwechselnd, bis sich eine Kugel im

     erlaubten Spielfeld befindet.

 

     Wenn sich nach einer gespielten Kugel oder nach einem Schuss keine

     Kugel mehr innerhalb des Spielgeländes befindet, gelten sinngemäss die

     Bestimmungen des Artikel 28.

 

Art. 16 Verhalten der Spieler und Zuschauer

 

     Während der regulären Zeit, die einem Spieler zur Verfügung steht,

     seine Kugel zu spielen, müssen die anderen Spieler und die Zuschauer

     äusserste Ruhe einhalten.

 

     Die Gegner dürfen weder herumgehen, gestikulieren, noch irgend etwas

     tun, was den Spieler stören könnte. Nur die Partner des Spielers dürfen

     sich zwischen dem Wurfkreis und der Zielkugel aufhalten.

 

     Die Gegner müssen sich seitlich hinter der Zielkugel oder seitlich hinter

     dem Spieler aufhalten. Sie müssen sowohl vom Spieler, als auch von der

     Zielkugel einen Abstand von mindestens 2 m einhalten.

 

     Spieler, welche diese Vorschriften nicht beachten, können vom

     Wettbewerb ausgeschlossen werden, wenn sie ihr Verhalten nach einer

     Verwarnung durch den Schiedsrichter beibehalten.

 

 

Art. 17 Probewurf und Kugeln aus dem Spielfeld

 

     Es ist nicht erlaubt, seine Kugel im Spiel zur Probe zu werfen. Spieler,

     die sich nicht an diese Regel halten, können mit den in Art. 34

     aufgeführten Massnahmen belegt werden.

 

     Kugeln, welche im Verlauf einer Mène das zugeteilte Spielfeld verlassen,

     sind gültig (ausgenommen Art. 18 trifft zu).

 

 

Art. 18 Ungültige Kugeln

 

     Eie Kugel ist ungültig, sobald sie verbotenes Terrain überquert. Die

     Kugel ist gültig, nwenn sie auf der Grenze des Spielgeländes liegt. Sie ist

     nur ungültig, wenn sie (aus der Senkrechten betrachtet) die Grenze zu

     einem verbotenen Terrain oder die Ligne de perte mit ihrem gesamten

     Durchmesser vollständig überschritten hat. Bei unmittelbar nebeneinander

     angrenzenden Spielfeldern gelten die äusseren Begrenzungslinien

     des Nachbarfeldes als Ligne de perte.

 

     Bei Spielen mit Zeitbeschränkung, die auf einem zugeteilten Spielfeld

     ausgetragen werden, ist eine Kugel ungültig, wenn sie vollständig das

     zugeteilte Spielfeld verlässt.

 

     Wenn eine Kugel danach auf das Spielfeld zurückkehrt, sei es wegen

     einer Bodenunebenheit oder dass sie von einem beweglichen oder

     unbeweglichen Hindernis abprallt, muss sie sofort aus dem Spiel

     genommen werden und alles, was sie nach dem Passieren des verbotenen

     Terrains verändert hat, wird in den ursprünglichen Zustand zurückversetzt.

      

     Jede ungültige Kugel muss sofort aus dem Spiel genommen werden;

     andernfalls wird sie gewertet, sobald eine weitere Kugel von der

     gegnerischen Mannschaft gespielt wurde.

 

Art. 19 Angehaltene Kugeln

 

    Jede gespielte Kugel, die durch den Schiedsrichter oder durch einen

    Zuschauer angehalten oder abgelenkt wird, behält die Position, in der

     sie liegen bleibt.

 

     Jede gespielte Kugel ist ungültig, wenn sie von einem Spieler

     unabsichtlich angehalten oder abgelenkt wird, von dessen Mannschaft

     sie gespielt wurde.

 

     Jede gelegte Kugel, die von einem gegnerischen Spieler unabsichtlich

     angehalten oder abgelenkt wird, kann nach Belieben des Spielers

     nochmals gespielt werden oder dort belassen werden, wo sie zur Ruhe

     kommt.

 

     Wenn eine Kugel geschossen (oder mit ihr geschossen) wurde und diese

     durch einen Spieler unabsichtlich angehalten oder abgelenkt wird, kann

     der Gegner des Spielers

   1) sie an dem Ort liegenlassen, an dem sie zur Ruhe gekommen ist

   2) sie auf eine Stelle legen, die sich auf der Verlängerung der Strecke

       zwischen dem ursprünglichen Platz der Kugel und dem Punkt, an

       dem sie bewegt wurde, aber nur auf zugelassenem Spielgelände und

       wenn sie markiert gewesen ist.

 

     Ein Spieler, der eine Kugel absichtlich anhält, ist sofort für das laufende

     Spiel zu disqualifizieren; ebenso seine Mitspieler.

 

Art. 20 Zeitvorgabe

 

     Sobald die Zielkugel geworfen ist, verfügt jeder Spieler über maximal

     eine Minute, um seine Kugel zu spielen. Diese Frist läuft von dem

     Zeitpunkt an, an dem die Zielkugel oder die zuvor gespielte Kugel zur

     Ruhe gekommen ist und, wenn ein Punkt gemessen werden muss,

     nachdem die Messung abgeschlossen ist.

 

     Diese Bestimmungen gelten auch für das Werfen der Zielkugel, das

     bedeutet eine Minute für die drei Würfe, nach jeder Mène.

 

     Jede Spieler, der sich nicht an diese Bestimmungen hält, zieht sich die in

     Art. 34 aufgeführten Massnahmen zu.

 

Art. 21 Kugeln, die bewegt wurden

 

     Wenn eine Kugel, die bereits zur Ruhe gekommen war, sich durch

     Einwirkung des Windes oder wegen einer Bodenunebenheit bewegt,

     wird sie auf ihren ursprünglichen Platz zurückgelegt. Dasselbe gilt für

     eine Kugel, die unabsichtlich durch einen Spieler, einen Schiedsrichter,

     einen Zuschauer, ein Tier oder irgend einen beweglichen Gegenstand

     bewegt wird.

     Um jede Anfechtung zu vermeiden, müssen die Spieler die Kugeln und

     die Zielkugel markieren. Reklamationen bezüglich nicht markierter

     Kugeln oder Zielkugeln sind nicht gestattet. Der Schiedsrichter kann

     dann nur die neue Lage der Kugeln oder Zielkugel auf dem Spielfeld

     feststellen.

 

     Dagegen bleibt eine Kugel, die durch eine andere Kugel aus dem

     eigenen

     Spiel bewegt wurde, am neuen Platz liegen.

 

Art. 22 Spieler, der eine fremde Kugel spielt

 

     Ein Spieler, der eine andere Kugel als seine eigene spielt, erhält eine

     Verwarnung. Die Kugel ist für diesen Wurf gültig, muss aber sofort

     ausgetauscht werden; gegebenenfalls nach einer Messung.

 

     Im Wiederholungsfall während eines Spieles wird seine Kugel annulliert

     und alles, was sie bewegt hat, wird an seine ursprüngliche Lage zurück-

     versetzt.

 

Art. 23 Nicht regelgerecht gespielte Kugel

 

     Jede Kugel, die nicht regelgerecht gespielt wurde, ist ungültig und alles,

     was sie auf ihrem Weg verändert hat, wird in die ursprüngliche Lage

     zurückversetzt, wenn es zuvor markiert war.

 

     Der Gegner hat jedoch das Recht, von der Vorteilsregel Gebrauch zu

     machen und den Wurf zu akzeptieren. In diesem Fall ist die gespielte

     oder geschossene Kugel gültig und alles, was sie bewegt hat, bleibt in

     der neuen Position.

 

Punkte und Messung

 

Art. 24 Entfernen der Kugeln zum Messen

 

     Für die Messung eines Punktes ist es erlaubt, die Kugeln und

     Hindernisse, die zwischen der Zielkugel und der zu messenden Kugel

     liegen, vorübergehend zu entfernen, nachdem sie markiert worden sind.

     Nach dem Messen sind die entfernten Kugeln und Hindernisse an ihren

     ursprünglichen Platz zurückzulegen. Können Hindernisse nicht entfernt

     werden,so ist die Messung unter Zuhilfenahme eines Zirkels

     durchzuführen.

 

 

 

Art. 25 Messen der Punkte

 

     Das Messen eines Punktes obliegt dem Spieler, der die letzte Kugel

     gespielt hat oder einem seiner Mitspieler. Die Gegner haben danach

     immer das Recht, durch einen ihrer Spieler nachzumessen. Der

     Schiedsrichter kann jederzeit während eines Spieles, gleich von welchem

     Spieler, zum Messen gerufen werden; seine Entscheidung ist

     unanfechtbar.

 

     Messungen müssen mit geeigneten Messgeräten durchgeführt werden.

     Jede Mannschaft muss im Besitz eines Messgerätes sein. Es ist

     insbesondere verboten, Messungen mit den Füssen durchzuführen.

     Spieler, die diese Vorschrift missachten, können nach Art. 34 bestraft

     werden.

 

Art. 26 Vor Punktefeststellung aufgehobene Kugeln

 

     Es ist den Spielern verboten, gespielte Kugeln vor Ende des

     Durchganges aufzuheben. Eine Kugel ist ungültig, wenn sie am Ende

     eines Durchganges vor der Feststellung der Punktezahl weggenommen

     wird. Diesbezüglich wird keine Reklamation zugelassen.

 

Art. 27 Bewegen von Kugeln oder Zielkugel

 

     Wenn ein Spieler beim Messen die Zielkugel oder eine strittige Kugel in

     ihrer Lage verändert (verschiebt), so ist der Punkt für die Mannschaft

     dieses Spielers verloren.

 

Art. 28 Gleicher Abstand

 

     Wenn die zwei gegnerische Kugeln, die der Zielkugel am nächsten liegen,

     den gleichen Abstand zu ihr haben, können folgende drei Möglichkeiten

     eintreten:

   1) Wenn beide Mannschaften keine zu spielenden Kugeln mehr haben,

         wird die Mène annuliert. Die Zielkugel fällt der Mannschaft zu, die die

         Zielkugel zuvor geworfen hat.

   2) Wenn nur eine Mannschaft noch Kugeln zur Verfügung hat, so spielt

         sie diese und erhält am Ende der Mène so viele Punkte, wie sie

         Kugeln näher bei der Zielkugel platziert hat, als die am nächsten

         liegende gegnerische Kugel.

   3) Wenn beide Mannschaften noch über Kugeln verfügen, so spielt die

 

 

         Mannschaft, die zuletzt gespielt hat, noch eine Kugel, danach der

         Gegner usw., abwechslungsweise, bis eine Mannschaft den Punkt

         mit einer ihrer Kugeln gewinnt. Wenn gegen Ende der Mène nur eine

         Mannschaft noch Kugeln zur Verfügung hat, gelten die Bestimmungen

         von Art. 28.2.

 

     Wenn sich am Ende einer Mène keine Kugel mehr auf dem Spielfeld

     befindet, wird der Durchgang annulliert.

 

Art. 29 Fremdkörper an Kugel oder Zielkugel

 

     Alle Fremdkörper, welche der Kugel oder der Zielkugel anhaften, müssen

     vor der Messung entfernt werden.

 

DISZIPLIN

 

Art. 30 Reklamationen

 

     Alle Reklamationen müssen, um zugelassen zu werden, an den Schieds-

     richter gerichtet werden. Eine Reklamation, die nach Annahme des

     Spielerergebnisses vorgebracht wird, findet keine Berücksichtigung.

 

     Jede Mannschaft ist für die Überwachung der gegnerischen Mannschaft

     verantwortlich (Lizenz, Kategorie, Spielfeld, Kugeln usw.)

 

Art. 31 Strafen für Abwesenheit der Mannschaften oder Spieler

 

     Im Augenblick des Losentscheids über die Spielpaarungen und bei der

     Verkündung des Ziehungsergebnisses müssen die Spieler am

     Kontrolltisch anwesend sein. Wenn eine Mannschaft eine Viertelstunde

     nach der Verkündung der Auslosung nicht auf dem Spielgelände ist, wird

     sie mit einem Punkt bestraft, welcher der gegnerischen Mannschaft

     gutgeschrieben wird.

 

     Diese Frist wird bei Spielen mit Zeitbegrenzung auf 5 Minuten verkürzt.

 

     Für jeweils weitere 5 Minuten Verspätung erhöht sich die Strafe um

     einen Punkt.

 

     Dieselbe Strafe wird während eines laufenden Wettbewerbs verhängt,

     nach jedem Losentscheid und im Falle einer Wiederaufnahme des Spiels

     nach einer Unterbrechung, unabhängig vom Grund der Unterbrechung.

 

     Eine Mannschaft, die eine Stunde nach Ende der Verkündung der

     Auslosung  bzw. der Wiederaufnahme nach einer Unterbrechung nicht

     auf dem Spielgelände anwesend ist, wird aus dem Wettbewerb

     ausgeschlossen.

 

     Eine unvollständige Mannschaft hat die Möglichkeit zu spielen, ohne auf

     den abwesenden Spieler zu warten; sie kann jedoch nicht über dessen

     Kugeln verfügen.

 

     Kein Spieler darf sich ohne Erlaubnis des Schiedsrichters von einem

     Spiel entfernen oder das Spielgelände verlassen.

 

     Bei Spielen mit Zeitbegrenzung muss ein Spieler, der sich vom Spiel

     entfernen will, seine Kugeln in der laufenden Mène vorher gespielt

     haben.

 

     Bei einem entsprechenden Verstoss treten die Bestimmungen dieses

     und des nächsten Artikels in Kraft.

 

Art. 32 Verspätet ankommende Spieler

 

     Wenn ein abwesender Spieler nach Beginn einer Mène erscheint, so darf

     er an dieser nicht teilnehmen; er ist erst von der nächsten Mène an zum

     Spiel zugelassen.

 

     Wenn ein abwesender Spieler später als eine Stunde nach Beginn des

     Spiels erscheint, so verliert er das Recht, an dem Spiel teilzunehmen.

 

     Wenn seine Mitspieler dieses Spiel gewinnen, kann er am nächsten Spiel

     teilnehmen, unter dem Vorbehalt, dass die Mannschaft namentlich

     eingeschrieben ist.

 

     Wenn ein Wettbewerb in Gruppen (en poules) durchgeführt wird, kann

     er am nächsten Spiel teilnehmen (unabhängig vom Resultat des

     vorhergehenden Spieles).

 

     Ein Durchgang gilt als begonnen, wenn die Zielkugel regelgerecht auf

     dem Spielfeld platziert ist.

 

Art. 33 Auswechseln von Spielern

 

     Das Auswechseln eines Spielers einer Doublette, sowie eines oder zwei

     Spieler einer Triplette, ist bis zum offiziellen Beginn des Wettkampfes

     erlaubt (Startschuss, Anpfiff oder Ansage). Hierzu ist Voraussetzung,

     dass der oder die Ersatzspieler nicht bereits in dem Wettkampf für eine

     andere Mannschaft eingeschrieben sind.

 

Art. 34 Sanktionen beim Spiel

 

     Bei der Nichtbeachtung voranstehender Bestimmungen zieht sich der

     Spieler folgende Sanktion zu:

   1) Verwarnung

   2) Annullierung der gespielten oder zu spielenden Kugel

   3) Annullierung der gespielten oder zu spielenden Kugel und der

       darauffolgenden.

   4) Ausschluss des schuldigen Spielers für das Spiel

   5) Disqualifikation der schuldigen Mannschaft

   6) Disqualifikation beider Mannschaften für den Fall des schuldhaften

       Einverständnisses (heimliche Absprache)

 

Art. 35 Spielunterbrechungen

 

     Bei Regen muss jeder begonnene Durchgang zu Ende gespielt werden,

     es sei denn, der Schiedsrichter trifft eine andere Entscheidung. Er allein

     ist berechtigt, im Einvernehmen mit der Jury, zu entscheiden, ob ein Spiel

     unterbrochen oder wegen höherer Gewalt annulliert wird.

 

Art. 36 Neuer Abschnitt in einem Wettbewerb

 

     Wenn nach Ansage zum Beginn einer neuen Abschnittes in einem Wett-

     Bewerb (2. Runde, 3. Runde usw.) bestimmte Spiele noch nicht beendet

     sind, kann der Schiedsrichter, im Einvernehmen mit dem Veranstalter,

     alle Anordnungen und Entscheidungen treffen, die er für einen

     ordentlichen Verlauf des Wettbewerbes für notwendig erachtet.

 

 

 Art. 37 Mangel an Sportlichkeit

 

     Die Mannschaften, die ein Spiel austragen und es dabei an Sportlichkeit

     und Respekt den Zuschauern, den Offiziellen oder dem Schiedsrichter

     gegenüber fehlen lassen, werden vom Wettbewerb ausgeschlossen.

     Dieser Ausschluss kann zur Nichtwertung eventuell er-zielter Ergebnisse,

     sowie zur Anwendung der in Art. 38 aufgeführten Massnahmen führen.

 

 

 Art. 38 Unkorrektheiten

 

     Ein Spieler, der sich einer Unkorrektheit und im schlimmeren Fall der

     Anwendung von Gewalt gegenüber einem Offiziellen, einem

     Schiedsrichter, einem anderen Spieler oder einem Zuschauer schuldig

     gemacht hat, zieht sich, entsprechend der Schwere seines Vergehens,

     eine oder  mehrere der folgenden Massnahmen zu:

   1) Ausschluss vom Wettbewerb

   2) Entzug der Lizenz

   3) Einbehalten oder Rückgabe der Preise und Auszahlungen

 

     Alle Massnahmen, die einen Spieler betreffen, können auch auf dessen

     Mitspieler angewandt werden.

 

     Die Massnahme 1 ist durch den Schiedsrichter zu verhängen.

     Die Massnahme 2 ist durch die Jury zu verhängen.

     Die Massnahme 3 ist durch den Veranstalter zu verhängen. Dieser sorgt

     dafür, dass die zurückbehaltenen Preise und Vergütungen zusammen

     mit einem Bericht, innerhalb von 48 Stunden zum Vorstand des

     nationalen Verbandes gelangen, der über ihre Verwendung entscheidet.

 

     In jedem Fall hat der Vorstand des nationalen Verbandes (Comité

     directeur fédéral) die letzte Entscheidung.

 

     Von jedem Spieler wird korrekte Kleidung gefordert. Jeder Spieler, der

     diese Vorschriften nicht beachtet, wird nach einer Verwarnung durch

     den Schiedsrichter vom Wettbewerb ausgeschlossen.

 

 

 Art. 39 Aufgaben des Schiedsrichters

 

     Die Schiedsrichter, die den Wettbewerb leiten, sind gehalten, die strikte

     Einhaltung der Spielregeln und der administrativen Reglemente zu

     überwachen. Sie sind berechtigt, jeden Spieler und jede Mannschaft vom

     Wettbewerb auszuschliessen, die sich weigern, ihren Anordnungen

     Folge zu leisten.

 

     Zuschauer mit (oder mit suspendierter) Lizenz, die durch ihr Verhalten

     Anlass zu Zwischenfällen auf dem Spielgelände geben, werden vom

     Schiedsrichter dem Vorstand des nationalen Verbandes (comité

     directeur) gemeldet. Der Vorstand dieses Verbandes wird den oder die

     Schuldigen vor die zuständige Disziplinarkommission laden, die über die

     zu ergreifenden Sanktionen befindet.

 

Art. 40 Zusammensetzung und Entscheidung der Jury

 

     Von allen in diesem Reglement nicht vorgesehenen Fällen ist dem

     Schiedsrichter Mitteilung zu machen, welcher der Jury der Veranstaltung

     Bericht erstattet. Die Jury besteht aus mindestens drei und

     höchstens fünf Mitgliedern. Entscheidungen, die in Anwendung dieses

     Artikels von der Jury getroffen werden, sind unanfechtbar. Im Fall von

     Stimmengleichheit hat der Vorsitzende der Jury den Stichentscheid.

 

     Ende